Kleines Medizin-Lexikon
Aminosäuren
Aminosäuren sind die Bausteine aller Proteine (Eiweißstoffe)
und Peptide. Aminosäuren enthalten eine oder zwei Säure-
gruppen und eine (bzw. zwei) Aminogruppe(n) je Molekül; sie
sind gleichzeitig Karbonsäure und Base und können daher
"innere Salze" bilden. In reinem Zustand sind es farblose,
kristalline Stoffe. Sie bestehen aus Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff
und Stickstoff; Cystein und Methionin enthalten auch Schwefel. Die
einfachsten Aminosäuren sind Glycin (Aminoessigsäure)
und Alanin (Alpha-Aminopropionsäure). Man unterscheidet gerad-
und verzweigtkettige, aromatische und heterocyclische Aminosäuren.
Pflanzen sind in der Lage, Aminosäuren aus einfachen Vorstufen
aufzubauen; Mensch und Tier hingegen können nicht alle der
insgesamt zwei- undzwanzig biologischen Aminosäuren synthetisieren.
Die essentiellen Aminosäuren müssen mit der Nahrung zugeführt
werden. Durch bestimmte Enzyme (Proteasen) werden die Nahrungseiweiße
in die Aminosäuren zerlegt; der Körper baut mit Hilfe
von Enzymen und nach den im genetisch Code vorgegebenen "Rezepten"
seine eigenen Eiweißstoffe für die verschiedensten Zwecke
daraus auf.
Täglicher Bedarf einiger Aminosäuren, in mg/kg Körper-
gewicht, für Erwachsene: Valin 13 Leucin 12 Isoleucin 10 Phenylalanin
14 Tryptophan 3 Lysin 10 Methionin und Cystein 13 Aminosäuren,
gesamt 425 davon essentielle 80 Bei Krankheit ist der Bedarf an
essentiellen Aminosäuren erhöht, weil sie wichtig für
die Funktion des Immunsystems sind. Einige Aminosäuren bzw.
ihre Derivate spielen eine Rolle als Neurotransmitter. Aminosäuren
existieren auf der Erde seit mindestens 3 Milliarden Jahren und
sind auch in Meteoriten nachweisbar. Sie gehören zu den ältesten
organischen Stoffen im Weltall.
Androgene
Männliche Hormone. Das wichtigste Androgen ist das Testo- steron,
welches hauptsächlich im Hoden gebildet wird.
Antiaging
Antiaging ist der Oberbegriff für alle Aktivitäten und
Wirkstoffe, die das Altern verzögern sollen. Die "ewige
Jugend" ist ein uralter Wunschtraum der Menschheit; es wurde
kaum etwas unversucht gelassen, um ihn zu verwirklichen. Heute stehen
uns zahlreiche Kosmetika und oral anzuwendende Wirkstoffe zur Verfügung,
um wenigstens das äußere Erscheinungsbild zu "verjüngen";
auch die Schönheitschirurgie kann keine echte Verjüngung
bringen, weil das Altern durch nicht reparable Veränderung
des genetischen Codes voranschreitet und daher nicht reversibel
ist. Auf zellulärer Ebene spielen die Mitochondrien hierbei
die ausschlaggebende Rolle. Lediglich Bakterien und Krebszellen
scheint das "ewige Leben" ver- gönnt zu sein.
Man kann jedoch durch gesunde Ernährung und gesunde Lebensweise
sowie geistige Beschäftigung daran arbeiten, den Alterungsprozess
zu verlangsamen. Die durchschnittliche Lebenserwartung des Menschen
ist vom Mittelalter (ca. dreißig Jahre) bis heut auf über
achtzig Jahre gestiegen und steigt weiter. Man stirbt nicht an zu
hohem Alter, sondern an altersbedingter Organschwäche (Herz,
Niere) oder an einer Krankheit. Das Altern ist ein natürlicher
Prozess und wird durch physiologische Veränderungen ausgelöst.
Wesent- lichen Anteil an der Verzögerung der Alterung haben
die Antioxidantien. Das Spurenelement Zink ist als Aktivator von
über dreihundert aktiven Eiweißstoffen (hauptsächlich
Enzy- men) in der Lage, durch Stabilisierung des Immunsystems und
durch Synthese von Repairenzymen die Erbsubstanz weitgehend von
entstandenen Fehlern zu befreien und damit die Alterung deutlich
zu verzögern.
Antioxidantien
Darunter versteht man in der Medizin solche Stoffe, die freie Radikale
unschädlich machen. Zu den Antioxidantien gehören insbesondere:
Vitamin E, Vitamin C, Flavonoide und Beta- Karotin, aber auch Mangan
und Selen. Antioxidantien schüt- zen Lipide vor Peroxydbildung
und wirken damit pro- phylaktisch gegen Arteriosklerose und bis
zu einem gewissen Grad vor Kanzerogenese, wirken aber auch als Alter-
ungsschutz für die Haut und andere Organe, indem sie die DNS
gegen oxydative Schädigung schützen. Siehe auch unter
Antiaging. Antioxidantien spielen auch bei der Konservierung von
Lebensmitteln und Kosmetika sowie vielen chemisch- technischen Produkten
(z.B. Kunststoffen und Gummi) eine wichtige Rolle.
Arginin
Die Aminosäure Arginin ist der "Rohstoff" für
die Bildung von Stickstoffmonoxid (NO), einem erst vor kurzem entdeckten
gasförmigen Signalstoff für die Entspannung der Gefäßwand
und entsteht in deren Endothelzellen. Das NO wirkt gegen Thrombose
und Bluthochdruck. Arginin senkt das Risiko einer Arteriosklerose;
die Vitamine C und E verstärken diesen Effekt.
Asparaginsäure
Asparaginsäure ist eine Aminosäure, die für die Biosynthese
von Purinen und Pyrimidinen (DNS-Bausteine) und für die Entgiftung
des beim Aminosäurestoffwechsel frei werdenden Ammoniaks wichtig
ist. Asparaginsäure hat die Eigenschaft, die in der orthomolekularen
Medizin besonders wichtig ist, dass sie Spurenelemente (z.B. Zink,
Kupfer und andere) durch die Zellmembran mit großer Effizienz
hindurchschleust, was zu einer hohen Bioverfügbarkeit führt.
Azidose
Der physiologische pH-Wert beträgt 7,2. Er wird durch Puffersysteme
konstant gehalten. Schon eine geringfügige Senkung (Azidose)
kann zu lebensbedrohlichen Situationen führen, weil dann gelöste
Proteine ausflocken. Eine Azidose kann z.B. durch Fasten oder Fehlernährung,
durch einen nicht kontrollierten Diabetes oder durch Nierenversagen
(unvoll- ständiges Ausscheiden von sauren Stoffen) entstehen.
Zur Eliminierung der Säuren benötigt die Niere das zinkhaltige
Enzym Karboanhydrase.
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